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Masern-Impfung

Oktober 04, 2017
Masern-Impfung Masern-Impfung adriaticfoto / shutterstock.com

Die Masern werden zu den klassischen Kinderkrankheiten gezählt. Während bis in die 1960er Jahre fast jedes Kind in Deutschland irgendwann an Masern erkrankte, ist die Infektion heute aufgrund der Impfung selten geworden.

Erreger der Masern ist ein einzelsträngiges RNA-Virus aus der Familie der Paramyxoviren. Aufgrund der Hülle aus Fetten (Lipiden) mit besonderen Proteinen der Oberfläche, die das Anheften und Eindringen in die Zelle des Wirts erleichtern, sind die Masern Viren äußerst ansteckend, mehr als 99% nicht immuner Kontaktpersonen erkranken. Die Ansteckung selbst erfolgt über Tröpfchen oder engen Kontakt. Masernviren werden nur beim Menschen nachgewiesen, außerhalb des Körpers sind sie sehr anfällig gegenüber Licht, höheren Temperaturen oder sogar normalen Reinigungsmitteln.

Verlauf

Der Verlauf ist zweiphasig, ungefähr zwei Wochen nach der Ansteckung durch Masern sind die Kinder, wie die Kinderärzte sagen, verrotzt, verheult, verschwollen: Fließschnupfen, Reizung der Augenbindehaut und Schwellung der Augen. Dazu treten hohes Fieber und Kopfschmerzen. Nur Stunden sind die Koplik-Flecken vor den vorderen Backenzähnen zu sehen. Dann beginnt der typische Masern Ausschlag der Haut und Schleimhaut. Rötung am oberen weichen Gaumen und große rote Flecken der Haut am ganzen Körper, im Gesicht beginnend mit begleitenden Schwellungen der Lymphknoten. Das Fieber war zwar kurz gesunken, steigt jetzt aber wieder. Nach vier Tagen blassen die Flecken ab, eine Schuppung bleibt etwas länger. Der Masern Verlauf bei Erwachsenen ist meist schwerer; alle Erkrankten behalten eine lebenslange Immunität, sind aber noch ca. vier Wochen anfälliger für andere Infektionen.

Ansteckend ist der Betroffene fünf Tage vor bis vier Tage nach Beginn des Hautausschlags.

Komplikationen

Zwei Drittel der Masern Fälle verlaufen unkompliziert, das andere Drittel muss mit Durchfall, Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen rechnen, die zumindest in Ländern mit guter medizinischer Versorgung ebenso meist glimpflich verlaufen.

Gefürchtet sind die Fälle der Meningoenzephalitis (Entzündung des Gehirns und seiner Häute) durch Masernviren. Sie tritt statistisch bei einem von 1.000 Masernpatienten auf und ist dann in einem Fünftel der Fälle tödlich, in einem weiteren Drittel bleiben dauerhafte Schäden zurück. Das bedeutet, nach der statistischen Erwartung stirbt einer von 5.000 an der Meningoenzephalitis, zwei von 5.000 erleiden bleibende Schäden. Andere Komplikationen sind möglich, gelten aber als sehr selten. In Entwicklungsländern liegt die Masern Todesrate sehr viel höher.

Impfung und Impfkritik

Da Masern nur von Mensch zu Mensch ansteckend sind und es sich um sehr empfindliche Viren handelt, die außerhalb des Menschen nicht lange überleben, lassen sie sich durch eine Impfung theoretisch ausrotten. Das wird seit einigen Jahren von der WHO propagiert, es existieren gut wirksame und kostengünstige Impfstoffe. Diese haben seit Mitte der 1960er Jahre in Europa die Masernrate fast auf Null sinken lassen.

Problematisch ist, dass es sich im einen Lebendimpfstoff handelt, der - etwas vereinfacht - eine Minimalform der Masern auslöst. Damit können theoretisch aber neben der gewünschten Immunität auch die Komplikationen der echten Masern auftreten. Von Impfgegnern werden für diese Impfschäden höhere Zahlen als die offiziellen genannt, die allerdings in beiden Lesarten unter denen vor Einführung der Impfung liegen. Der behauptete Zusammenhang zwischen erfolgter Impfung und späterem jugendlichen Diabetes konnte bisher nicht bewiesen werden.

© medizin.de 2007-2018 (Dr. Berthold Gehrke)

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