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Metabolisches Syndrom: Ein Papiertiger?

Das „Metabolisches Syndrom“ wird unter Medizinern sehr kontrovers beurteilt. Einigen ist es das wichtigste Kriterium zur Einschätzung des Risikos von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, anderen ist es nur ein neuer Name für altbekannte Dinge ohne darüber hinaus gehende Aussagekraft. Fest steht, dass es das metabolische Syndrom bis vor etwa zwanzig Jahren gar nicht gab. Schon seit die Menschen krank sind (also schon immer) existieren allerdings die vier Bausteine, die das metabolische Syndrom definieren:

  • Adipositas (Übergewicht),
  • erhöhte Blutzuckerwerte,
  • Fettstoffwechselstörungen,
  • Bluthochdruck.

Statistisch lässt sich zweifelsfrei zeigen, dass bei Vorliegen von drei dieser vier Beschwerdebilder das Risiko von koronarer Herzerkrankung, Herzinfarkt, Arterienverkalkung und ähnlicher Krankheiten steigt.

Nichts Neues

Aber, so wird von erfahrenen Internisten ins Feld geführt, bringt das im Grunde keine neue Erkenntnis. Denn jeder Mediziner und auch jeder Nichtarzt mit gesundem Menschenverstand ist sich darüber im Klaren, dass jeder der vier genannten Bausteine alleine schon ein Risikofaktor ist. Das zeigen auch tausende von klinischen Studien.

Kritik: Das metabolische Syndrom ist überflüssig

Das  Fazit dieser kritischen Gruppe lautet daher sinngemäß: Wir brauchen kein metabolisches Syndrom, dessen Definition und einzelnen Grenzwerte streitig sind. Wir haben die einzelnen Bausteine, die wir gezielt und erfolgreich seit Jahren behandeln. Das Gerede vom metabolischen Syndrom verwirrt unnötig alle Beteiligten.

© 2007-2017 medizin.de (Dr. Berthold Gehrke)

Redaktion
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