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Muskelschmerzen: Diagnose

Oktober 04, 2017
Muskelschmerzen: Diagnose Muskelschmerzen: Diagnose racorn / shutterstock.com

Muskelschmerzen haben vielseitige Ursachen, von Verletzungen über Erkrankungen bis hin zu Medikamenten. Entsprechend umfangreich gestaltet sich die Diagnose. Manchmal genügt dem Arzt schon eine Patientenbefragung, zum Beispiel bei Nackenschmerzen durch ständige Fehlhaltungen. Auch eine Sportverletzung ist schnell diagnostiziert. Für andere Muskelschmerzen hingegen findet sich mitunter über Jahre keine Ursache. So benötigen Patienten mit Fibromyalgie  durchschnittlich sieben Jahre bis ein Arzt die korrekte Diagnose stellt.

Patientenbefragung steht am Anfang

Wenn Sie wegen Ihrer Muskelschmerzen zum Arzt gehen, beginnt dieser mit einer ausführlichen Patientenbefragung. Vorerkrankungen, Operationen oder berufliche Tätigkeiten geben wertvolle Hinweise. Entscheidend ist auch ob Sie Sport treiben. Training kann durch gezielten Muskelaufbau Schmerzen vermeiden, diese aber ebenso auch auslösen. Dies geschieht entweder durch Verletzungen oder eine Überbelastung. Interessant ist auch, ob Sie an bestimmten Erkrankungen leiden oder Medikamente einnehmen. Auch diese können Muskelschmerzen verursachen.

Fragen des Arztes bei Muskelschmerzen

Typische Fragen in der Diagnostik von Muskelschmerzen sind zum Beispiel:

  • Wo treten Ihre Muskelschmerzen auf?
  • Ist nur eine Muskelgruppe betroffen oder schmerzen alle Muskeln?
  • Treten die Beschwerden direkt im Muskel auf oder strahlen diese in andere Körperregionen aus?
  • Welchen Schmerzcharakter verspüren Sie? Handelt es sich um einen stechenden, ziehenden, dumpfen, brennenden oder drückenden Muskelschmerz?
  • Wann leiden Sie unter Muskelschmerzen? Durchgehend oder nur zu manchen Zeiten bzw. nach bestimmten Tätigkeiten?
  • Wie lange dauern die Muskelschmerzen?
  • Treten die Schmerzen schubweise auf?
  • Gibt es etwas, mit dem Sie Ihre Muskelschmerzen lindern können?
  • Lindert Kälte oder Wärme Ihre Muskelschmerzen?
  • Verschwinden Ihre Schmerzen von alleine wieder?

Sie sehen: Gerade bei unklaren Muskelschmerzen bedarf es einer ausführlichen Erhebung Ihrer Krankengeschichte (Anamnese), um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Die weiterführende Diagnostik

Konnte Ihr Arzt durch die Patientenbefragung einen eindeutigen Grund für die Muskelschmerzen finden, sind unter Umständen keine weiterenn Untersuchungen notwendig. Häufig muss aber weitergesucht werden.

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Mitunter sind viele Untersuchungen notwendig, schließlich können Muskelschmerzen sehr viele Ursachen habem.

Gesamtkörperliche Untersuchung

Ihr Arzt untersucht Sie zunächst allgemein auf folgende Faktoren hin:

  • Blutdruck
  • Puls
  • Fehlbildungen
  • Fehlhaltungen

Interessant ist zudem die Frage nach Ihrem Körperbautyp. Hier unterscheiden Mediziner zwischen:

  • ektomorph (Neigung zum Schlanksein)
  • mesomorph (mittlerer bis muskulöser Körperbau)
  • endomorph (Neigung zu Übergewicht)

Einige Muskelerkrankungen, vor allem die Fibromyalgie, werden durch Betasten spezieller Sehnenansatz-Punkte (Tender-Points) diagnostiziert.

Bildgebende Verfahren

Bestimmte Veränderungen in Ihrem Muskel lassen sich durch Ultraschall (Sonografie) feststellen. Hierzu gehören größere Verletzungen, Einblutungen und Muskelbündelrisse. Mittels Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) kann Ihr Arzt auch kleinste Veränderungen wie Mikro-Verletzungen oder Tumore feststellen. Letztere werden nur selten diagnostiziert.

Laboruntersuchungen

Eine Blutuntersuchung kann auf verschiedenen Erkrankungen hindeuten. Sogenannte Entzündungsparameter wie das C-reaktive Protein (CRP) oder weiße Blutkörperchen (Leukozyten) deuten bei erhöhten Werten auf eine Entzündung hin. Ist das Enzym Creatinkinase (CK) erhöht, liegt irgendwo eine Muskelschädigung vor. Normalerweise befindet sich die CK nur innerhalb der Muskelzellen. Gelangt es in den Blutkreislauf, müssen irgendwo Muskelzellen zerstört sein. Interessant sind auch Laborwerte, die auf Infektionen, Vergiftungen oder Drogenmissbrauch hinweisen.

Elektromyographie (EMG)

Hierbei testet Ihr Arzt die Reaktionsfähigkeit Ihrer Muskulatur auf elektrische Reize hin. Bei auffälligen Ergebnissen ist die Reizweiterleitung gestört. Selten stecken ernste Muskel- oder Nervenerkrankungen dahinter.

Muskelbiopsie

Diese wird durchgeführt, wenn sich die Ursache der Muskelschmerzen höchstwahrscheinlich in den Muskeln selber befindet. Ihr Arzt entnimmt hierzu eine kleine Gewebeprobe aus Ihrer Muskulatur. Dieses wird feingeweblich (histologisch) untersucht. Viele Muskelerkrankungen sind so feststellbar.

Begleitsymptome ebenfalls wichtig

Neben den eigentlichen Muskelschmerzen geben mögliche Begleitsymptome Hinweise auf die Diagnose. Nehmen wir das Beispiel Fibromyalgie: Patienten leiden dabei nicht nur unter Muskelschmerzen, sondern unter Schwindel, Sehstörungen, Durchfall und sexueller Unlust. Taubheit und Kribbeln können zudem Anzeichen einer Nervenerkrankung sein. Lila-rötliche Verfärbungen der Haut treten auf, wenn sich eine Muskelentzündung (Myositis) auf die Haut ausgebreitet hat.

© 2014-2018 medizin.de (Gunnar Römer)

 

Muskelschmerzen FAQ

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