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Muskelschmerzen: Therapie

Oktober 04, 2017
Muskelschmerzen: Therapie Muskelschmerzen: Therapie Kzenon / shutterstock.com

Die Therapie von Muskelschmerzen richtet sich nach deren Ursache. Durch die Vielzahl an Auslösern ist auch die Bandbreite an Behandlungsmöglichkeiten groß. In jedem Fall muss eine Diagnose gestellt werden. Nur dann ist eine gezielte Therapie möglich. Gehen Sie daher lieber einmal öfter als einmal zu wenig zum Arzt. Dieser unterscheidet zwischen akuten und chronischen Muskelschmerzen. Wadenkrämpfe, Muskelkater oder Überbelastungen können Sie meistens zu Hause  behandeln. Zahlreiche Salben und Tabletten stehen Ihnen dafür zur Verfügung.

Von Ibuprofen bis Wärmeumschläge: Die Therapie zu Hause

Verletzungen, Erkrankungen oder unklare Muskelschmerzen gehören in die Hände eines Arztes. Gehen Sie im Zweifel lieber einmal zu oft als einmal zu wenig dorthin. Oft können Sie Muskelschmerzen auch bequem von zu Hause aus behandeln. Die Bandbreite an rezeptfreien Präparaten ist groß.

Ibuprofen-Schmerzgel

Ibuprofen ist ein Schmerzmittel aus der Wirkstoffgruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika. Es ist wirksam gegen Schmerzen und Entzündungen des Bewegungsapparats. Das Ibuprofen Schmerzgel ist so konzipiert, dass der Arzneistoff bis tief in Ihre Muskeln eindringt. Dort entfaltet es seine heilende Wirkung. Ibuprofen ist im Schmerzgel in mikroskopisch kleinen Partikeln (Mizellen) verpackt. Ibuprofen gibt es auch als Tablette, der Vorteil eines Schmerzgels ist aber die lokal begrenzte Wirkung. Eine Alternative sind Gele mit Diclofenac – ebenfalls ein bewährtes Schmerzmittel.

Heparin-Salbe

Im Gegensatz zu Ibuprofen und Diclofenac wirkt Heparin nicht gegen eine Entzündung. Vielmehr handelt es sich um einen Blutverdünner (Antikoagulans). Es wird zur Behandlung großer Blutergüsse (Hämatome) eingesetzt.

Arnika-Salbe

Je nach Ursache können Sie auch pflanzliche Wirkstoffe in die Therapie einbinden. Besonders erfolgversprechend bei Muskelschmerzen sind Arnika-Extrakte. Arnika ist eine in Europa weit verbreitete Heilpflanze. Aus den Blüten stellen Pharmazeuten eine abschwellende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Tinktur her. Nutzen Sie Arnika-Salben vor allem bei Quetschungen und Zerrungen. Auch Blutergüsse werden durch eine Engstellung der Gefäße gelindert.

Therma-Produkte

Arzneimittel werden hier vermieden. Genutzt wird die heilsame Wirkung von Wärme. Spezielle Wärmepads für Rücken und Nacken enthalten eine Mischung aus Eisenpulver und Aktivkohle. Wenn Sie die Verpackung aufreißen, reagieren die Verbindungen mit Sauerstoff. Diese Reaktion setzt Wärme frei, die Ihre Muskelschmerzen lindert. Der Effekt hält bis zu acht Stunden an. Durch die Wärme entspannt sich Ihre Muskulatur und die Durchblutung wird gefördert. Bei Verspannungen reichen Therma-Produkte manchmal schon aus um Sie von Muskelschmerzen zu befreien.

Die Therapie akuter Muskelschmerzen

Akute Muskelschmerzen entstehen oft durch Sport- oder Haushalts-Unfälle. Halten Sie die betroffene Stelle zunächst ruhig und kühlen Sie zum Beispiel mit einem Eisbeutel. Packen Sie diesen in ein Tuch um Erfrierungen zu vermeiden. Bei Verdacht auf eine ernste Verletzung sollten Sie zum Arzt gehen. Er kann das Ausmaß und die Art der Schädigung diagnostizieren und eine passende Therapie einleiten. Unbehandelt drohen bleibende Schäden wie Vernarbungen, Funktionseinbußen oder Verknöcherungen. Schonen Sie einen verletzten Muskel unbedingt lange genug! Beginen Sie erst nach vollständiger Abheilung langsam mit Belastungen.

Auch ohne ersichtliche Ursachen wie Unfälle oder Stürze können beim Sport plötzlich Muskelschmerzen auftreten. Regel Nummer eins: Unterbrechen Sie das Training sofort. Zerrungen und Krämpfe sind häufig, insbesondere bei mangelndem Aufwärmen vor dem Workout. Einen Krampf können Sie durch eine gezielte Gegenbewegung rasch lösen. Lange Pausen sind hier nicht notwendig. Anders sieht es bei einer Zerrung aus: Je nach Ausmaß sollten Sie zwischen zwei und vier Wochen pausieren. Muskelfaserrisse bedürfen rund acht Wochen, Muskelrisse bis zu einem Vierteljahr Unterbrechung.

Chronische Muskelschmerzen: Die Behandlung einer Volkskrankheit

Chronische Muskelschmerzen sind eine Volkskrankheit mit vielen Ursachen. Besonders häufig leiden Menschen unter dem Schulter-Nacken-Syndrom. Der Name verrät bereits die Verbreitung der Schmerzen. Vor Beginn der Behandlung muss herausgefunden werden, warum Sie unter den Muskelschmerzen leiden. Häufige Auslöser sind falsche Sitzpositionen am Schreibtisch oder ständiger Durchzug. Durch Beseitigung der Ursachen, ein gezieltes Muskelaufbau-Training, Arzneimittel oder Wärmepflaster lindern Sie die Beschwerden. Auch regelmäßige Massagen sind hilfreich und entspannend.

Rückenschmerzen – nicht immer steckt die Wirbelsäule dahinter

Millionen Deutsche haben Rückenschmerzen. Meist denkt man dabei sofort an die Wirbelsäule. Häufig ist aber schlicht eine verspannte Muskulatur dafür verantwortlich. Jedoch verkrampfen sich die Rückenmuskeln auch bei Bandscheibenvorfällen. Es entstehen dann heftige Rücken- und Muskelschmerzen. Lassen Sie dies vom Arzt abklären. Fest steht zweifellos, dass Sie eine Stärkung der Rückenmuskulatur sowohl vor Verspannungen als auch vor Bandscheibenvorfällen bewahren kann. Lassen Sie sich beraten, welche Sportart für Sie optimal geeignet ist.

Übersicht rückenschonender Sportarten

Sport tut dem Rücken gut. Das gilt aber nicht für jede Trainingsform. Einige sind besser, andere schlechter für Patienten mit Rückenbeschwerden geeignet. Als besonders rückenschonend gelten folgende Sportarten:

  • Rückenschwimmen
  • Kraulen
  • Walking
  • Nordic Walking
  • Skilanglauf
  • Indoor-Klettern
  • Aerobic
  • Wassergymnastik
  • Radfahren
  • Laufen (entsprechendes Schuhwerk und weicher Boden)

Vermeiden Sie Stress!

Durch Stress verkrampfen sich unsere Muskeln. Ständige seelische Überbelastungen können somit auch Muskelschmerzen verursachen. Das kommt öfter vor als Sie denken. Auch wenn Sie wenig Zeit haben: Integrieren Sie Entspannungsübungen in Ihren Alltag. Wenig ist besser als gar nicht. Besonders geeignet sind:

  • autogenes Training
  • progressive Muskelentspannung
  • Yoga

Regelmäßiges und moderates Ausdauertraining baut Stress ab. Die progressive Muskelentspannung ist besonders wirkungsvoll, da Sie Ihre Muskeln hierbei aktiv an- und wieder entspannen. Ratsam ist zudem ausreichend Schlaf und Erholung, letzere idealerweise an der frischen Luft. Besonders wichtig: Bauen Sie Übergewicht ab. Jedes Pfund weniger entlastet den Bewegungsapparat. Falls Sie Beratung brauchen, finden Sie diese beim Arzt, bei Ernährungsberatern oder im Fitness-Studio.

Therapie chronischer Muskelschmerzen auf einen Blick

  • Muskelaufbau: Steigert die Widerstandsfähigkeit der Muskulatur
  • regelmäßige Anwendung von Schmerzgel
  • Saunagänge: Entschlacken und entspannen
  • Bäder mit Lavendel, Melisse, Eukalyptus oder Rosmarin
  • Massagen: Entspannen die Muskeln
  • Elektrotherapie: Schwacher Strom lindert Muskelschmerzen
  • Akupunktur: Hilft vielen Menschen bei chronischen Schmerzen
  • Physiotherapie: Wirksam bei zahlreichen Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Neuraltherapie: Sie erhalten ein lokales Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in den schmerzenden Muskel
  • Psychotherapie: Vor allem bei stressbedingten Muskelschmerzen und chronischen Erkrankungen
  • Wärmepflaster, Wärmeumschläge und Wärmepackungen (Moorschlamm, Fangopackungen etc.)
  • Wärmegüsse: Viertelstündige Stimulation der schmerzenden Muskeln mit einem warmen, harten Wasserstrahl
  • Arzneimittel: Vor allem Diclofenac, Ibuprofen und Heparin

Grunderkrankungen behandeln & Medikamente beachten

Viele neurologische und orthopädische Erkrankungen, ebenso Infektionen, verursachen Muskelschmerzen. Zwar können auch die Muskelschmerzen selber behandelt werden. Entscheidend ist aber die Beseitigung der Grunderkrankung. Auch bestimmte Medikamente können Ihren Muskeln zusetzen. Bekannt dafür sind vor allem Cholesterinsenker (Statine), bestimmte Antibiotika (zum Beispiel Penicillin) und entwässernde Arzneimittel (Diuretika). Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Setzen Sie Medikamente keinesfalls eigenständig ab!

Wie Sie sehen gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Behandlung von Muskelschmerzen. Wichtig ist, diese nicht einfach hinzunehmen. Werden Sie aktiv und sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Oft genügen schon kleine Änderungen und es wird Ihnen besser ergehen. Es lohnt sich immer damit anzufangen.

© medizin.de 2014-2018 (Gunnar Römer)

 

Muskelschmerzen FAQ

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