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Guter Zucker aus der Pflanze: Stevia rebaudiana Bertoni

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Stevia rebaudiana Bertoni

Höhere Süßkraft als Zucker, geeignet für Diabetiker

Zucker gilt als einer der Krankmacher unserer Zeit. Der hohe „Brennwert“ führt schnell zu zusätzlichen Pfunden, darüber hinaus werden die Zähne geschädigt. Für Millionen von Diabetikern ist Zucker tabu, mindestens ein ebenso großer Teil der Bevölkerung sollte zuckerarm leben, um den drohenden manifesten Diabetes vielleicht noch zu verhindern.

Das Problem ist nur, dass die Menschen von frühester Kindheit an auf Süßes trainiert werden: Süßes als Belohnung, als Ansporn, alsRuhigstellung  - und es ist ja auch so lecker.

Die Lösung scheint einfach: Warum nicht auf künstliche Süßung aus dem Chemielabor ausweichen? Doch nach wie vor bestehen Bedenken zu Nebenwirkungen bei der Langzeiteinnahme und es schmeckt irgendwie doch anders.

Stevia ist die Lösung?

Die Lösung könnte vielleicht im südamerikanischen Paraguay wachsen: Stevia rebaudiana Bertoni. Schon seit Jahrhunderten süßen die Indianer den Mate-Tee mit den grünen Blättern die Pflanze; die Vorteile sind frappierend: bei nur ca. 0,2 Kilokalorien je  Gramm besteht praktisch kein Risiko der Gewichtszunahme, die Blätter sind aber 20 bis 30 mal mehr süß als Zucker, die Zähne sind nicht gefährdet. Bei nicht zuckerkranken Erwachsenen konnte in einer Studie nachgewiesen werden, dass ein Extrakt aus Blättern der  Stevia zu einer leichten Senkung des Blutzuckerspiegels und zu einer Verbesserung der Glucosetoleranz  führt. Darüber hinaus wird der Blutdruck leicht gesenkt, das Mittel schont die Verwertung der Vitamine.

Seit 2016 in der EU zugelassen

Die Lebensmittel-Industrie sieht im Einsatz des Stevia-Extraktes teilweise Potenzial zum Einsatz in Getränken oder sonstigen Süßwaren. Erste Probepflanzungen in Europa haben bewiesen, dass Stevia auch hierzulande gedeihen kann.

In Asien (dort oft Steviosid genannt) und der Schweiz sind Stevia-Produkte bereits seit ca. 2007 zugelassen, für die EU erfolgte die Zulassung 2016. Bedenken bzgl. der theoretischen Gefahr einer Fruchtschädigung für Embryos (Mutagenität), wurden ausgeräumt.

© 2007-2018 medizin.de (Dr. Berthold Gehrke)

 

Redaktion
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