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Trichinen - Trichinellose

Oktober 04, 2017
Trichinen - Trichinellose Trichinen - Trichinellose Carolina K Smith MD / shutterstock.com

Vorkommen

Die Trichinellose ist eine der häufigsten Wurmerkrankungen des Menschen weltweit. Sie entsteht durch die Aufnahme des Erregers Trichinella spiralis über ungenügend gekochtes Fleisch von Haus- und Wildtieren. Typisch ist das plötzliche epidemieartige Auftreten von Trichinellose-Fällen mit bisweilen über 1.000 befallenen Personen. Seit der gesetzlichen Einführung der obligatorischen Trichinenuntersuchung von Fleischprodukten (Fleischbeschau), die als Infektionsquelle für den Menschen in Frage kommen, tritt die Trichinellose in Deutschland nur noch sehr selten auf. Das Problem daher: an sie wird während der Diagnosefindung nicht gedacht, die Therapie zu spät eingeleitet. 

Erreger

Der wichtigste Erreger in Deutschland und den meisten europäischen Ländern ist Trichinella spiralis. Er kann über kontaminierte Fleischprodukte oder durch Schmierinfektion übertragen werden. Durch die enzymatische Einwirkung des Magensafts werden die Larven aus ihrer Kapsel befreit und gelangen durch die Darmperistaltik passiv in den oberen Dünndarm. Dort dringen sie in die Darmschleimhaut ein und entwickeln sich in 24 bis 30 Stunden zum adulten, geschlechtsreifen Wurm. Nach der Befruchtung produzieren die Weibchen bis zu 1.500 Larven in den Lymphsinus der Darmwand, über den diese den arteriellen Kreislauf erreichen. Die Weiterentwicklung erfolgt in der quergestreiften Muskulatur. Nach Erreichen des endgültigen Sitzes im Muskelgewebe wird die befallene Zelle zu einer kapselförmigen Ammenzelle, in der die Larve bis zu 30 Jahre überleben kann.

Symptome in den einzelnen Stadien

Knapp eine Woche nach Aufnahme der Trichinen stellen sich Symptome wie Mattigkeit, Schlaflosigkeit, schubförmige Fieberepisoden, Magen-Darm-Beschwerden und starkes Durstgefühl ein. Später folgen Muskelverhärtung, Muskelschmerzen, Heiserkeit, Schluck- und Atembeschwerden. Typisch für eine Trichinellose sind in diesem Stadium sind auch Schwellungen im Gesicht und im Bereich der oberen Augenlider, Bindehautentzündung, Sehstörungen oder auch Herzrasen. Als Komplikationen können Herzmuskelentzündung, Entzündungen des Gehirngewebes und Sekundärinfektionen auftreten.

Der Schweregrad der Erkrankung ist abhängig von der Anzahl der aufgenommenen Larven. So können ab einer Aufnahme von rund 70 Larven Symptome auftreten, die ab einer Zahl von 3.000 Keimen bedrohliche Ausmaße annehmen. In schweren Fällen ist die Diagnose aufgrund de klinischen Bildes und durch die Messung der eosinophilenLeukozyten rasch zu stellen. Leichte und unspezifische Fälle bleiben hingegen häufig unerkannt. In frühen Krankheitsstadien, wenn die Trichinella-Larven noch den Darm besiedeln, sind therapeutische Maßnahmen am wirkungsvollsten. Empfohlen wird ein Antihelmintikum, das in geeigneter Dosierung auch die Anzahl von Trichinellen im Muskelgewebe reduzieren kann.

Vorsicht bei ungegarten Fleischprodukten

Trichinellosen sind meldepflichtig. Deshalb sollten bei Verdacht auf einen Ausbruch der Infektion unverzüglich die zuständigen Gesundheitsbehörden informiert werden. Präventive Maßnahmen sind neben dem gesetzlichen Fleischbeschau das Abtöten der Parasiten durch Erhitzen des Fleisches (mindestens 65 Grad Celsius) sowie Tiefgefrieren über 20 Tage bei unter 15 Grad Celsius.

© 2007-2018 medizin.de (Wolfgang Zimmermann)

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