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Trichomonaden

Oktober 04, 2017
Trichomonaden Trichomonaden Serhii Bobyk / shutterstock.com

Die Trichomonaden bilden eine Gruppe von einzellige Tieren, deren einziger für den Menschen als Krankheitserreger wichtiger Vertreter das Trichomonas vaginalis ist. Der Parasit ist weltweit verbreitet und sehr häufig, jedes Jahr stecken sich mehr als 200 Mio. Menschen an.

Obschon der Name anderes vermuten lässt, findet sich Trichomonas vaginalis bei Frauen und Männern. Bevorzugt im Bereich der Scheide und der Harnröhre leben die Parasiten, die sich durch Teilung vermehren. Eine geschlechtliche Vermehrung oder ein Wirtswechsel auf andere Tiere findet nicht statt. Die durch die Trichonomaden ausgelöste Trichomoniasis wird nach heutigen Erkenntnissen nur von Mensch zu Mensch übertragen, in der Regel durch Geschlechtsverkehr. Die Trichomoniasis zählt daher zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (sexual transmitted diseases STD). Trichomonas vaginalis benötigt ein feucht warmes Milieu, theoretisch ist daher auch eine Infektion in der Sauna oder Warmwasserbecken.

Unbestimmte Beschwerden

Beschwerden entwickeln längst nicht alle infizierten Personen (ein Drittel bis die Hälfte), vor allem Männer bemerken oft nichts. Wenn doch, tritt ein Brennen beim Wasserlassen auf oder eine unbestimmte Missempfindung in der Leistenregion. Diese Symptome haben auch Frauen, dazu kommt nach längerer Zeit ein unangenehmer Ausfluss (Fluor)aus der Scheide.

Durch den Parasit wird die Schleimhaut der Vagina geschädigt und leichter zur Eintrittspforte von anderen Erregern einschließlich HIV.

Auch eine länger andauernde Infektion hinterlässt keine schweren Schäden, eine spontane Ausheilung ohne Behandlung ist möglich und wahrscheinlich sehr häufig. Das Problem liegt dagegen in der häufigen Infektion durch andere Erreger. Diese werden behandelt, die Trichomonaden bleiben aber und das Geschehen beginnt von vorn. Ebenso muss an die gleichzeitige Behandlung der Sexualpartner gedacht werden.

Nachweis und Therapie

Der Nacheis von Trichomonas vaginalis erfolgt in einer Urinprobe relativ einfach im Mikroskop. Die gut wirksame Therapie besteht in der Gabe einer bestimmten Klasse von Antibiotika, den Nitroimidazolen. Die Einnahme ist über sieben bis zehn Tage als Tabletten notwendig, auch Vaginalzäpfchen sind möglich.

© 2007-2018 medizin.de (Dr. Berthold Gehrke)

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