• Hauptkategorie: ROOT
  • Kategorie: Ratgeber

Zecken: Lähmung nach Zeckenbiß

0
0
0
s2sdefault

Zecken

Zecken sind Spinnentiere mit acht Beinen und gehören zur Familie der Milben. Fast alle Zecken, von denen bisher mehr als 660 Arten bekannt sind (vermutlich gibt es noch mehr), zählen als Ektoparasiten. Das bedeutet, sie schmarotzen von ihrem Wirt, indem sie dessen Blut saugen, dringen aber im Gegensatz zu den Endoparasiten nicht in ihn ein. Nach der Blutmahlzeit lassen sie von ihrem Opfer ab. Der minimale Blutverlust selbst ist für den (zeitweiligen) Wirt ohne Folgen, gefährdet ist er eventuell durch beim Zeckenstich übertragene Erreger. Dabei kann es sich um Bakterien oder Viren handeln.

In Deutschland ist sowohl hinsichtlich der Anzahl der Zecken als auch der Übertragung von Krankheiten nur die Zeckenart Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) aus der Gruppe der Schildzecken von wesentlicher Bedeutung.

Der Stich

Zecken warten meist auf großen Gräsern auf einen geeigneten Wirt. Das Fallenlassen von Bäumen spielt keine Rolle. Mit ihrem Sinnesorgan registrieren sie die Körperwärme, Ammoniak- und Buttersäureausscheidung eines Tieres und werden beim Vorbeigehen abgestreift. Dann suchen sie eine geeignete Stelle zum Blutsaugen und laufen daher einige Zeit auf dem Körper hin und her. Beim Menschen können das die Kniekehlen oder die Region hinter den Ohren sein, möglich ist aber fast jede andere Stelle. Neben den Menschen werden alle Wirbeltiere (Säugetiere, Vögel, Reptilien) gestochen.

Bevor die Zecken stechen (nicht beißen) sondern sie einen kleinen Tropfen ab, mit die Einstichstelle vorbereitet wird. Es darf dem Wirt nicht schmerzen oder jucken, das Blut soll nicht gerinnen, schließlich kann ein Saugvorgang einige Tage dauern. Diese Flüssigkeit kann in seltenen Fällen aufgrund einer immunologischen Überreaktion zu einer Lähmung des Wirts führen. Der Saugvorgang dauert beim größeren Weibchen länger als beim Männchen; der Leib der Zecke schwillt stark an. War sie vorher kaum zu sehen (ca. 7 mm groß), ist sie jetzt bis zu 3 cm lang.

Lebenszyklus

Nach der Mahlzeit lässt sich die Zecke fallen, die Weibchen legen bis zu 2.000 Eier und verenden dann; die Männchen verenden nach der Begattung. Auch die Larven saugen Blut, befallen aber fast ausschließlich Nagetiere und als zweiten Wirt Katzen und Hunde.

Zecken fühlen sich am wohlsten bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit und mildem Wetter, aktiv sind sie von April bis Oktober. Einen langen, kalten Winter überleben nur wenige, umgekehrt lassen schnee- und frostarme Winter die Zeckenanzahl hochschnellen. Zecken werden bis zu fünf Jahre alt.

Krankheitsüberträger

Zecken sind oft Überträger von Erregern von einem auf den nächsten Wirt. Dies geschieht nicht nur durch das Blut, sondern auch durch an den Stechapparat angeheftete Erreger. In Deutschland von Bedeutung sind die bakterielle Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) als Virus-Infektion. Möglicherweise werden aber auch in Europa noch andere Erreger übertragen.

Entfernung

Eine festgebissene Zecke sollte alsbald entfernt werden. Allerdings beginnt die Übertragung von Erregern erst nach einigen Stunden ununterbrochenen Saugvorganges. Dann steigt das Risiko aber mit jeder weiteren Minute an. Die Zecke kann mit einer Pinzette gefasst und ohne Drehen und Quetschen schräg nach oben herausgezogen werden. Das vorherige Betupfen mit Öl oder Klebstoff ist nicht zu empfehlen, da dann erst recht die Erreger herausgewürgt werden.

© 2007-2018 medizin.de (Dr. Berthold Gehrke)

Redaktion
Author: RedaktionEmail:

Tagged under: Zecken,
0
0
0
s2sdefault
Anzeige

X

Right Click

No right click