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MRSA Krankenhaus – Hospitalinfektionen

Oktober 04, 2017
MRSA Krankenhaus – Hospitalinfektionen MRSA Krankenhaus – Hospitalinfektionen Billion Photos / shutterstock.com

Der Mensch ist wie alle Tiere (und Pflanzen) mit einer Vielzahl von Mikroben, also Pilzen, Viren und vor allem Bakterien sowohl auf der Haut und Schleimhaut als auch im Magen-Darm-Trakt besiedelt. Die allermeisten sind völlig harmlos und sogar lebenswichtig.

Problemkeim Staphylococcus aureus.

Einige eigentlich harmlose Keime können unter ungünstigen Umständen, z.B., wenn sie in Wunden verschleppt werden, erhebliche Probleme machen. Zu dieser Gruppe gehören die Bakterien Staphylococcus (S.) aureus, die bei vielen Menschen – in Europa ca. 10 % - in der Nase und auf der Haut, meist in der Leiste, nachweisbar sind. Sie machen keine Beschwerden, können aber bei den Trägern selbst oder bei anderen Personen eitrige Erkrankungen wie Karbunkel oder eine Mittelohrentzündung hervorrufen. Diese müssen dann gegebenenfalls mit Antibiotika therapiert werden.

Resistenz gegen Antibiotika

Genau hier liegt aber das Problem beim bisher eher unauffälligen S. aureus. In den letzten Jahren zeigen sich vermehrt Varianten dieses Keims, die gegen die üblichen Antibiotika resistent sind. Diese werden als MRSA (Methicillin-resistente S. aureus) oder ORSA (Oxacillin-resistente S. aureus) bezeichnet. Methicillin (inzwischen nicht mehr im Handel) und Oxacillin sind bestimmte Antibiotika. Nicht nur gegen diese sind MRSA resistent, sondern gegen eine gesamte Gruppe von Wirkstoffen.

Ein großes Problem stellen MRSA in Kliniken und Pflegestationen dar. Die Keime sind zwar an sich nicht gefährlicher oder ansteckender als Nicht-MRSA, breiten sich aber in Krankenhäusern aufgrund der geschwächten Insassen, der offenen Wunden und medizinischen Geräte mit Schläuchen und Kathetern besonders gut aus. Sie gehören damit zu den so genannten Hospitalismuskeimen, andere Vertreter dieser gefürchteten Keime sind Clostridium difficile und Pseudomonas aeruginosa. Die eigentliche Verschleppung der Keime geschieht meist über die Hände des pflegerischen und ärztlichen Personals.

Die Hospitalismuskeime müssen mit hochwirksamen so genannten Reserveantibiotika behandelt werden, ein positiver Abstrich alleine ist allerdings kein Grund zu einer solchen Therapie. Denn dadurch werden Erreger wie S. aureus aber in einem Teufelskreis irgendwann auch gegen diese resistent. Diese Wechselwirkung ist durch eine Vielzahl von Untersuchungen belegt.

Aus diesen Gründen werden MRSA-Patienten möglichst in Einzelzimmern isoliert, die Räume dürfen nur mit Schutzkleidung betreten werden. Vor und nachher sind insbesondere die Hände gründlich zu desinfizieren. Diese Maßnahmen sind das Gebiet der Krankenhaushygiene.

MRSA außerhalb der Klinik

Bisher waren MRSA nur für Kliniken ein Problem. Eine Entwicklung, die zuerst in den Städten der USA, dann auch in Großbritannien, beobachtet wurde, bereitet allerdings Sorgen. Dort werden immer mehr außerhalb von Krankenhäusern erworbenen MRSA-Infektionen beobachtet. Diese cMRSA (c steht für community associated) nimmt besonders in sozialen Brennpunkten stark zu und ist für tiefe eitrige Entzündungen verantwortlich. Aufgrund des schwierigen Umfelds, der mangelhaften medizinischen Versorgung und der hohen Kosten stellen diese Fälle eine ungelöste Herausforderung dar. Mit einem mittelfristigen Anstieg der cMRSA muss auch in Mitteleuropa gerechnet werden.

© 2009-2018 medizin.de (Dr. Berthold Gehrke)

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