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Achselschweiß: Diagnose

Achselschweiß: Diagnose

Achselschweiß ist keine eigenständige Erkrankung sondern ein Symptom. Daher suchen Ärzte nach der Grunderkrankung, die das vermehrte Schwitzen auslöst. Achselschweiß ist – auch wenn er vorübergehend verstärkt auftritt – erst einmal kein Grund für einen Arztbesuch. Vor allem dann nicht, wenn die Ursache eindeutig ist.  So ist es völlig unbedenklich, wenn Sie im Hochsommer eine Nässe unter den Armen verspüren. Sie sind damit nicht alleine! Auch die besten Deodorants können bei tropischen Temperaturen keine Wunder vollbringen

Arztbesuch bei unerklärlichem Schwitzen

Ist keine Ursache ersichtlich oder leiden Sie schon über Monate unter starkem Achselschweiß, kann eine Erkrankung dahinterstehen. Gehen Sie in diesem Fall besser zum Arzt. Das gilt insbesondere, wenn weitere Symptome wie Schmerzen, Atemnot oder Brustenge auftreten. Ihr Arzt wird Sie genau untersuchen und die Ursache finden.

Grunderkrankung muss gefunden werden

Wichtig für die Diagnose ist zunächst Ihre Krankengeschichte (Anamnese). Bei der Patientenbefragung findet der Arzt möglicherweise schon erste Anhaltspunkte für den starken Achselschweiß (z. B. starkes Übergewicht). Im Anschluss daran folgt eine ausführliche Untersuchung, je nach Umfang bestehend aus:

  1. Blutdruckmessung
  2. Blutuntersuchung
  3. Urinuntersuchung
  4. Ultraschall
  5. Röntgen
  6. Computertomografie (CT)
  7. Magnetresonanztomografie (MRT)
  8. Schilddrüsenuntersuchung

Nicht immer findet sich eine Ursache

Findet Ihr Arzt keine Ursache, handelt es sich um das krankhafte Schwitzen. Mediziner sprechen von einer primären Hyperhidrose. Liegt dagegen eine konkrete Erkrankung o. ä. vor, handelt es sich um eine sekundäre Hyperhidrose. Die primäre Form lässt sich nur schwer diagnostizieren, da es keine (außer das Schwitzen selber) speziellen Hinweise darauf gibt. Dennoch kann Ihr Arzt ein normales von einem krankhaften Schwitzen unterscheiden. Er bedient sich hierzu folgender Untersuchungsmethode:

Der Jod-Stärke-Test

Mit dem Jod-Stärke-Test kann der Arzt testen, wie stark die Schweißproduktion in den Achselhöhlen (oder anderen Körperstellen) ist. Die Untersuchung läuft folgendermaßen ab:

  1. Gründliche Reinigung der Achselhöhlen
  2. Trocknung der Achselhöhlen
  3. Bestreichen der Achselhaut mit Iod-Kaliumiodid (Lugol´sche Lösung)
  4. Bestreuung der Hautpartie mit Speisestärke, nachdem die Lösung getrocknet ist
  5. An Stellen mit starker Schweißbildung zeigt sich eine tiefdunkel-violette Einfärbung

Um die genaue Schweißmenge zu bestimmen, wird dieser mit einem Filterpapier aufgesogen und anschließend mit einer Ultrafeinwage gewogen.

 

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Teil 1: Achselschweiß: Allgemeines

Teil 2: Achselschweiß: Ursachen

Teil 3: Achselschweiß: Diagnose

Teil 4: Achselschweiß: Therapie

© 2013 - 2017 medizin.de (Gunnar Römer) zuletzt aktualisiert 11/2017

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