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Tetanus-Impfschutz

Oktober 04, 2017
Tetanus-Impfschutz Tetanus-Impfschutz CCO / pexels.com

In Deutschland werden jährlich 10-20 Fälle einer Tetanus-Infektion bekannt. Hierzulande sterben weniger als die Hälfte der Betroffenen, in Ländern mit unzureichender medizinischer Versorgung treten viel mehr Fälle auf, die auch häufiger tödlich enden.

Verursacher der Tetanus-Infektion (Wundstarrkranpf) ist das Bakterium Clostridium tetani, das weltweit verbreitet in der Erde und im Staub vorkommt. Es gelangt über Wunden in den Körper und führt aufgrund der Bildung eines Nervengiftes zu Krämpfen der Muskulatur und letztlich zur Atemlähmung.

Vorgehen bei der Impfung

Der Impfstoff gegen Tetanus besteht aus abgeschwächtem Gift. Da es sich um einen Totimpfstoff handelt, also um keine vermehrungsfähigen Lebewesen wie z.B. bei der Masern- oder Rötelnimpfung, ist die Impfung grundsätzlich sehr gut verträglich. Sie ist fast jederzeit möglich, Ausnahmen gelten bei einer akuten fiebrigen Infektion egal welcher Ursache und bei Schwangeren in den ersten drei Monaten. Diese Personen sollten nur nach sorgfältiger Abwägung geimpft werden.

Da eine Infektion mit Tetanus sehr gefährlich ist und ein wirksamer, einfach herzustellender und damit billiger Impfstoff zur Verfügung steht, gehört die Tetanus-Impfung zu den meist empfohlenen und am häufigsten durchgeführten Maßnahmen dieser Art überhaupt.

In Deutschland wird die Impfung im Rahmen des Schemas für Kinder bis zum 15. Lebensmonat in vier Terminen durchgeführt (Grundimmunisierung), dann folgen zwei Auffrischungen im 6. und 14. Jahr sowie als Erwachsene alle 10 Jahre.Im Kleinkindalter wird gegen Tetanus meist als Mehrfachimpfstoffgegeben (vier- fünf- oder sechsfach-Impfung), später meist zusammen gegen Diphtherie.

Bei akuter oder wahrscheinlicher Infektion kann eine passive Impfung durchgeführt werden, die aus von Blutspendern gewonnenen Antikörpern bestehen. Damit wird der Ausbruch verhindert oder der Verlauf gemildert.

Impfkritik

Die kritischen Stimmen zur Tetanus-Impfung lassen sich in zwei Lager einteilen: teilweise Ablehnung oder vollständige Verweigerung.

Die teilweise Ablehnung leugnet nicht, dass eine Impfung und insbesondere die Grundimmunisierung notwendig und lebensrettend ist. Fraglich scheint aber, ob eine Impfung bereits bei Kleinkindern notwendig oder sinnvoll ist. Der Zeitpunkt z.B. vor Eintritt in den Kindergarten oder die Schule, wenn das Kind mobiler und aktiver wird, reiche völlig aus. Das kindliche Immunsystem benötige eine ausreichend lange Zeit ohne alle Impfungen.

Ein zweiter Punkt betrifft die Häufigkeit der notwendigen Auffrischungen. Das Argument: zehn Jahre Abstand oder bei unklarer Erstimpfung nochmals die Grundimmunisierung mit drei Terminen stellt eine unnötige Überimpfung dar. Der Körper benötige nach dieser Auffassung nur eine Auffrischung, die möglicherweise bis zu zwanzig Jahre nach der letzten Impfung geschehen kann. Dies unterstützen Studien, in denen gezeigt wurde, dass bei mehr als zwei Drittel der Geimpften noch nach 25 Jahren schützende Antikörper nachzuweisen sind.

Die vollständigen Verweigerer führen neben so genannten weltanschaulichen Gründen an, dass eine Tetanusinfektion fast nur in Kriegszeiten und/oder bei unzureichender medizinischer Versorgung auftritt. Diese beiden Voraussetzungen liegen in Deutschland nicht vor.

© 2007-2018 medizin.de (Dr. Berthold Gehrke)

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