Yersiniosen: Übertragung durch kontaminierte Lebensmittel

0
0
0
s2sdefault

Yersiniosen: Übertragung durch kontaminierte Lebensmittel

Die intestinale Yersiniose zählt trotz eines stetigen Rückgangs der gemeldeten Fallzahlen zu den häufigen Infektionskrankheiten in Deutschland. Diese Darminfektion wird meist durch Yersinia (Y.) enterocolitica und sehr viel seltener durch Y. pseudotuberculosis durch den direkten Kontakt mit Tieren oder den Konsum kontaminierter Nahrungsmittel wie Rohfleischprodukte vom Schwein übertragen. Y. pestis ist ein weiterer Vertreter dieser Bakterienfamilie und gefürchteter Erreger der Pest, die als eigene klinische und epidemiologische Einheit eingestuft und nicht zu den Yersiniosen gezählt wird.

Der Serotyp bestimmt die Virulenz

Den Darm betreffende Yersiniosen werden durch die Spezies Y. enterocolitica ausgelöst, die erst seit 1965 der Familie der Enterobacteriaceae zugeordnet werden. Unter unhygienischen Bedingungen gelagerte und zubereitete Nahrungsmittel oder kontaminiertes Trinkwasser sind die häufigsten Übertragungswege. Nach einer Inkubationszeit von bis zu zehn Tagen kommt es bei Yersiniosen zu Schleimhautentzündungen des Dünn- und Dickdarms (Enterokolitis), Entzündung der Darmwand (Enteritis) und häufig auch einer entzündlichen Lymphknotenschwellung im Bereich des so genannten Dünndarmgekröses (Mesenterium). Auch Verlaufsformen mit Entzündungsprozessen in anderen Organen wie Hepatitis, Meningitis und Entzündung des Herzmuskels sind möglich. Die Schwere des Krankheitsverlaufs einer Yersiniose hängt neben der körperlichen Konstitution des Patienten auch von der Art des Erregers ab. Diese werden entsprechend ihrer Virulenz verschiedenen Serumtypen zugeordnet. Am häufigsten wurde im Jahr 2005 in Deutschland der Serotyp O:3 nachgewiesen.

Kinder sind besonders gefährdet

Die meisten Fälle von Darmerkrankungen aufgrund einer Yersinia-Infektion wurden bei Kleinkindern im Alter von einem bis vier Jahren registriert. Am häufigsten waren Kinder im ersten Lebensjahr betroffen. Die Yersiniose ist im Erwachsenenalter jedoch eher eine seltene Erscheinung. In wissenschaftlichen Studien konnten keine geschlechtsspezifischen Unterschiede im Erkrankungsrisiko nachgewiesen werden. Im Jahr 2004 wurden die häufigsten Fälle von Yersiniose in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen registriert. In allen Bundesländern mit Ausnahme des Saarlands ging die Infektionshäufigkeit in den letzten Jahren jedoch stetig zurück.

Hohe Dunkelziffer

Trotz des kontinuierlichen Rückgangs der gemeldeten Fälle von Yersiniose in der jüngsten Vergangenheit sieht das Robert-Koch-Institut keinen Anlass für Entwarnung. So ist von einer erheblichen Untererfassung der akuten Infektionen auszugehen. Als wichtigster Übertragungsherd gilt kontaminiertes Schweinefleisch. Eine große Herausforderung ist daher die Reduktion der Erregerzirkulation in Schweinebeständen und der Kontamination von Schweinefleisch. Aber auch andere Nutztiere kommen als Infektionsquelle in Betracht. Gefordert sind nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts Initiativen zur besseren Aufklärung der Bevölkerung über die Ansteckungsgefahren durch den Verzehr von Rohfleischprodukten, vor allem vom Schwein.

© 2007-2018 medizin.de (Wolfgang Zimmermann)

Redaktion
Author: RedaktionEmail:

Tagged under: Durchfall, Entzündung,
0
0
0
s2sdefault
Anzeige
Apotheke.de

X

Right Click

No right click